Die Schönheit liegt bekanntermaßen im Auge des Betrachters, und auch PersonalerInnen machen da bei Bewerbungsgesprächen und Bewerbungsfotos keine Ausnahme. Selbst bei objektiven Beurteilungen, oder Selektionen nach Einschätzungen der Qualifikation und Eignung, werden subjektive Entscheidungen getroffen, die auch durch das Äußere der zu bewertenden Person beeinflusst werden. Laut einer israelischen Studie trifft es dadurch attraktive Frauen ganz besonders hart. Glaubt man den Untersuchungen, werden attraktive Frauen bedeutend weniger zu Vorstellungsgesprächen geladen als durchschnittliche Frauen oder Männer. Noch deutlicher wird das Ergebnis wenn man beachtet, dass selbst Bewerbungen ohne Beilage eines Fotos erfolgreicher sind als die von gut aussehenden Frauen.

Die Gründe für so ein Verhalten sind äußerst spekulativ. Konkrete Ursachen werden auch vom durchführenden Institut der Umfrage nicht genannt. Eine etwaige Erklärung für die Benachteiligung attraktiver Frauen, wäre zum einen die häufig durch Frauen besetzte Personalabteilung, die auch Bewerbungsentscheidungen trifft. Ein mögliches Konkurrenzdenken und Neider sind somit nicht auszuschließen. Weibliche Mitarbeiterinnen könnten sich durch zu attraktive Bewerberinnen bedroht fühlen und schließen sie deshalb schon vornherein aus. Höchst spekulativ aber durchaus ein relevanter Gedanke. Dennoch wirkt dieser Ansatz zur Zeit der Frauenquote ein wenig unpassend.. Das würde schließlich Bedeuten, dass sich Frauen gegenseitig den Weg in Führungspositionen verbauen würden. Würde man eher männlich geprägte Personalabteilungen betrachten, fällt die Erklärung ein wenig schlüssiger aus. Vermutlich haben hier attraktive Frauen das Nachsehen, damit zum einen nicht das Klischee bestätigt wird, dass hübsche Frauen bevorzugt werden, zum anderen könnte vermieden werden, dass männliche Mitarbeiter durch attraktive Frauen abgelenkt werden. Einen treffenden Fall gab es bereits in den USA, bei dem eine Bankkauffrau gefeuert wurde, da sie zu attraktiv war. Trotz der Einführung des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes wird das Äußere bei einer Bewerbung noch für lange Zeit eine Rolle spielen. Ob attraktive Menschen dabei wirklich benachteiligt sind, bleibt nur zu vermuten.